Istanbul – Kultur trifft Moderne

Immer weiter taucht man ein in diese Stadt, als gäbe es kein Halten mehr. Schon bei der Fahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum lässt einen Istanbul nicht mehr los. Gierig verschlingt es die Ströme, die Menschen, das Leben. Dabei spielt sich für Touristen der Besuch zumeist lediglich in zwei Stadtteilen ab: entlang der wilden İstiklal Caddesi in Beyoğlu und rundherum um den Topkapı-Palast in Sultanahmet. Wer nicht gerade Wochen in Istanbul verweilt, der wird für mehr kaum Zeit haben. Höchstens eine Schiffsfahrt auf die asiatische Seite zu den Prinzeninseln ist manchmal noch drin. Der große Hype um Istanbul dreht sich aber vor allem um die vielen Lokale, Bars und Clubs. Hier findet man vom lässigen Studentenflair bis hin zum teuren Edel-Club mit Meerblick alles. Eine Stadt mit mehr als 13 Millionen Einwohnern muss weder schlafen, noch sich beschränken.

Sultanahmet und Beyoğlu – hier kommt man unter

Reisende, die am kulturellen, ehemals osmanischen Istanbul interessiert sind, die sollten sich eine Unterkunft in Sultanahmet suchen. Das ist die Altstadt mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie der blauen Moschee, der Hagia Sophia und dem Topkapi-Palast. Ein wenig abseits befindet sich hier auch der Große Bazar Kapalı Çarşı. Wer aber auch abends die Stadt erkunden will, der sucht sich am besten ein nettes Hostel in Beyoğlu – rundherum um die İstiklal. Das ist die berühmt-berüchtigte Fußgängerzone, die niemals schläft. Tagsüber bis etwa 22 Uhr kann man hier shoppen, abends weiß man kaum, welche Bar es nun werden soll. Gefühlte Tausende gibt es – Stockwerk um Stockwerk belagern sie die Häuser. Beide Stadtteile sind mit einer Trambahn verbunden: die Fahrt dauert jeweils etwa 10 Minuten.

Wenn der Tag in Istanbul beginnt

Ist man nur für einen kurzen Städtetrip in Istanbul und will alle wichtigen Sehenswürdigkeiten besuchen, dann sollte man früh aufstehen. Denn lange Schlangen sind keine Seltenheit vor den Attraktionen. Achtung: die größeren Museen und der Palast haben alle unterschiedlichen Ruhetage; am besten vorher erkundigen und dann entsprechend planen. Die Hagia Sophia etwa hat montags geschlossen, der Sultanspalast am Dienstag.

Städteerkundung ohne Reiseführer wird wohl eh kaum jemand machen; wir entschieden uns für den Baedeker Reiseführer mit einer Stadtkarte der wesentlichen Viertel. Vor allem die Karte war unser stetiger Begleiter auf den Touren durch die Stadt.

Über die drei großen Sehenswürdigkeiten muss wohl kaum noch berichtet werden. Sie sind Pflichtprogramm. Sehr zu empfehlen ist dagegen der Besuch in der Yerebatan sarayi – einer Zisterne direkt gegenüber der Hagia Sophia. Einst der Wasserspeicher für den Großen Palast, ist sie heute mit Lichtinstallationen eine der wohl leisesten, eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten des quirligen Istanbuls. Bekannt übrigens auch durch den James Bond Film Liebesgrüße aus Moskau.

Innenansicht der Zisterne Yerebatan sarayi

Wer lieber mit einem ausgedehnten Frühstück in den Tag starten will, der sollte unbedingt in Beyoğlu ins White Mill gucken. Hier gibt es nicht nur leckeres Essen, sondern auch einen wundervollen Garten im Hinterhof. Nirgends sonst haben wir so viel idyllische Ruhe gefunden wie dort. Die Ecke hier rundherum ist aber auch mittags und abends eine gute Anlaufstelle, wenn man gutes, türkisches Essen will.

Abends auf die Stadt blicken

Istanbul erstrahlt nach Dunkelheit in einem Glitzermeer. Neben millionenfachen Lichtern erstrahlen auch die großen Sehenswürdigkeiten im Licht. Deshalb lohnt es sich, ein Restaurant mit Dachterrasse aufzusuchen. Leckeres Essen haben wir im Litera bekommen, das einen wunderschönen Blick auf die Altstadt gibt. Von Taksim kommend die İstiklal entlang, biegt man nach dem Galatasaray Lisesi links in die Yeni Çarşı. Dort findet man nach ein paar Metern das Goethe-Institut: hier im obersten Stockwerk ist das Litera.

Anschließend entschieden wir uns für einen Cocktail in der etwas schickeren Bar 360°. Zurück auf der İstiklal geht man nur einige Meter weiter und muss dann recht aufmerksam nach einem etwas unscheinbaren Schild an einem der Gebäude auf der linken Seite Ausschau halten. Klein weist es auf diese edle Dachterrassen-Bar hin. Der Blick ist einmalig, die Cocktails sehr gut. Allerdings ist hier das Publikum eher schick. Entspannter geht es da in den Straßenzügen gegenüber zu. Oberhalb von Tünel, rundum Asmali Mescit findet man eine Bar nach der anderen. Im Sommer stehen aber viele auch einfach draußen, oder sitzen um den Galata-Turm.

Nachts am Bosporus feiern

Wer in Istanbul am Bosporus feiern gehen will, der muss in einen der teureren Clubs in Ortaköy. Wir entschieden uns für die studentischere Variante in Beyoğlu. Das Kiki auf der Siraselviler kostet nämlich nicht nur keinen Eintritt, sondern kann auch noch mit einem Outdoor-Bereich aufwarten. In einer heißen und stickigen Stadt im Sommer genau das richtige. Die Musik ist hier gemischt, aber eher elektrolastig. Das Publikum ist bunt. Anschließend kann man dann noch ins Mini. Für junge Reisende ist das Viertel super: hier geht alles zu Fuß!

Interessantes über Istanbul

Wer mit einer preiswerteren Airline nach Istanbul fliegt, der wird am Sabiha-Gökçen Flughafen ankommen. Das ist der neuere, aber kleinere von Zweien und er liegt auf der asiatischen Seite der türkischen Metropole. Doch die 45 Kilometer bis zum Taksim-Platz kann man bequem mit einem der modernen HAVAŞ Busse bestreiten. Diese stehen direkt vor dem Flughafen und sind kaum zu verfehlen.

Wer sich in Istanbul in ein Taxi setzt, muss wie in vielen Städten darauf achten, dass das Taxameter an ist. Andernfalls wieder aussteigen, sonst zahlt man ganz schnell zu viel für eine Fahrt. Bequem kommt man übrigens mit Trambahn und zu Fuß zu Recht. Busfahren kann mitunter umständlich sein, da die Istanbuler alle elektronische Chipkarten zum bezahlen nutzen.

Wer einen Tag abseits der touristischen Attraktionen verbringen will, der sollte mit einer Fähre (keine Tour-Fähre, sondern die Nahverkehrsfähren) nach Kadiköy fahren. Hier gibt es neben Kneipen, Cafes und Bars auch nochmal eine Einkaufsstraße. Außerdem ist der Stadtteil durch ein lebendiges Miteinander verschiedener Religionen geprägt.

Der Große Bazar, auch Gedeckter Bazar genannt, ist eigentlich eine reine Touristen-Falle. Hier gibt es kaum Einheimisches. Die Mehrheit macht ihr Geschäft mit gefälschten Markenklamotten und –ledertaschen. Außerdem kann man Paschmina-Schals in alle erdenklichen Farben und Mustern kaufen. Natürlich bezahlt hier der Einheimische weniger und verhandeln muss man immer. Falls man doch dort kaufen mag: bloß niemals zeigen, dass etwas gefällt – das würde denn Preis direkt vervierfachen.

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